OER Lizenz: CC BY SA Save the Children
Übersetzung durch tech & teach
Diese Unterrichtseinheit hilft Schüler*innen, das Influencer-Ökosystem und die täuschende Natur vieler Social-Media-Inhalte zu durchschauen. Ziel ist es, eine Verschiebung von passivem Konsum zu kritischer Aufmerksamkeit zu erreichen. Die Schüler*innen lernen, wie der Druck, viral zu gehen, die Realität verzerren und zu schädlichen Desinformationen führen kann.
Durch eine Art „Stille Post“ Simulation und das Modell der Risiko-Ampel erkennen sie digitale Risiken wie Heilungsversprechen, Körperbilddruck oder gefährliche Challenges. Gleichzeitig entwickeln sie einen klaren Handlungsplan, um Kontrolle zurückzugewinnen, ihr Wohlbefinden zu schützen und Schuldgefühle zu reduzieren, die durch digitalen Gruppendruck entstehen können.
Die Schüler*innen lernen
Digitale Kompetenzen
Informations- und Datenkompetenz
Kommunikation und Kollaboration
Sicherheit
Weitere Kompetenzen
Hardware:
Software:
Folgende Methoden werden in dieser Unterrichtsstunde angewendet:
Viele Schüler*innen stoßen auf Social Media ganz nebenbei auf irreführende oder problematische Inhalte – einfach, weil sie Influencern folgen. Das größte Problem ist dabei nicht nur die Falschinformation selbst, sondern die emotionale Aktivierung und der soziale Druck, sofort reagieren zu müssen.
Genau hier setzt die Aktivität an: Sie macht deutlich, dass dieser Druck nicht ihre Schuld ist, sondern mit der Art zusammenhängt, wie Social Media funktioniert und wo Aufmerksamkeit oft wichtiger ist als Wahrheit. Es geht also nicht darum, Regeln auswendig zu lernen, sondern darum, kurz innezuhalten und bewusster zu reagieren (z. B. mit der Risiko-Ampel).
In der Welt der sozialen Medien erscheinen Fehlinformationen nicht immer als klassische Fake News. Oft versteckt sie sich in folgenden Formen, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen:
Wunder-Versprechen: Beiträge, die Produkte oder Routinen bewerben, die unglaubliche körperliche Veränderungen, schnelle Heilung oder sofortigen Erfolg versprechen. Sie nutzen Wünsche oder Unsicherheiten aus, um Menschen zum Kauf oder zur Nachahmung zu bewegen – auch mit potenziell schädlichen Folgen.
Gefährliche Challenges: Mutproben, die harmlos oder spannend wirken, weil „alle mitmachen“, aber die körperliche oder psychische Sicherheit gefährden. Sie nutzen Gruppendruck, damit Jugendliche schnell mitmachen, aus Angst, etwas zu verpassen.
Druck durch Körperbilder: Inhalte mit Filtern und Bearbeitungen, die „perfekte“ Körper und Leben zeigen. Das führt zu ständigem Vergleich und kann dazu führen, dass Schüler*innen sich schlecht fühlen oder ein geringes Selbstwertgefühl entwickeln.
Gerüchte und Fehlinformationen: Übertriebene oder falsche Geschichten über Gruppen von Menschen (z. B. aufgrund von Geschlecht, Kultur oder Herkunft) oder auch über Mitschüler*innen. Sie verbreiten sich schnell, weil sie oft Empörung auslösen und dadurch anderen schaden können.
Täuschende Gewinnspiele oder Datensammlungen: Versprechen von großen Gewinnen (z. B. Spielekonsolen, Handys oder Spielwährung) im Austausch für Umfragen oder persönliche Daten. Sie spielen mit Hoffnung und Neugier, um an sensible Informationen zu gelangen.
Stereotype und Rollenbilder: Inhalte, die starre Vorstellungen davon vermitteln, wie Jungen oder Mädchen sein sollen. Diese Botschaften schränken die eigene Entwicklung ein und können dazu führen, dass andere ausgeschlossen oder abgewertet werden.
Wenn eine Gruppe zwischendurch nicht weiterkommt oder beide Nachrichten gleichzeitig in einer Gruppe hängen bleiben, können sie übersprungen und eine der Geschichten an die nächste Gruppe weitergegeben werden.
Die Einteilung nach Risiko sieht so aus:
Für Inhalte, die Zweifel auslösen oder sich komisch anfühlen – z. B. „Wunder“-Versprechen oder starke Klischees. Hier heißt es: kurz stoppen und überlegen. Ist das wirklich wahr oder ein Trick? Am besten nicht sofort reagieren, sondern eine erwachsene Vertrauensperson oder Lehrkraft fragen oder selbst weiter recherchieren.
Für klar gefährliche Inhalte, z. B. riskante Challenges, schädliche Gerüchte oder Fake-Gewinnspiele, die Daten abfragen. Hier sofort handeln: stoppen, den Account blockieren, den Beitrag melden und unbedingt einer Vertrauensperson Bescheid sagen. Sicherheit geht vor.