Save the Children Konzept
In dieser Unterrichtseinheit entdecken die Schüler*innen die Chancen und Risiken von KI-Begleiter-Apps durch angeleitete Diskussionen, Rollenspielen und Reflexionen zum eigenen Wohlbefinden.
OER Lizenz: CC BY SA Save the Children
Übersetzung durch tech & teach

Digitale Kompetenzen
Weitere Kompetenzen
Hardware: Ein Beamer oder Smartboards, welches interaktive Emojis darstellen kann (alternativ kann ein anderes Projektionsmedium und ausgedruckte Emojis genutzt werden)
Software: Digitales Whiteboard zum Teilen und Kommentieren (optional)
Weitere Materialien:
Drucke die Bot-Antwort-Karten (siehe oben unter Downloadmaterial): 12 unterstützende Aussagen und 4 grenzüberschreitende Fragen. Jedes Schüler*innen-Paar benötigt ein vollständiges Set à 16 Karten.
Drucke die Vorteile/Risiken-Karten (siehe oben unter Downloadmaterial): Jedes Schüler*innen-Paar benötigt ein vollständiges Set à 10 Karten.
Drucke die Exit-Zettel (siehe oben unter Downloadmaterial): Jede Schüler*in benötigt ein Exemplar.
Beschrifte einen Flipchart-Bogen pro Schüler*innen-Paar mit zwei Spalten („Hilfreich“ und „Rücksprache mit einem Erwachsenen“)
Begrüße die Schüler*innen und stelle ihnen das Tool vor, welches sie heute kennenlernen werden: KI-Begleiter-Apps. Erläutere das Stundenziel, nämlich herauszufinden, wann KI-Begleiter-Apps hilfreich sein könnten und wann man besser mit einem echten Menschen reden sollte.
Führe eine Abfrage, ob die Schüler*innen schon einmal von Chatbots gehört haben, bitte sie entweder mit 👍 für ja, 🤔 für vielleicht und 👎 für nein abzustimmen.
Wenn die Schüler*innen ein Gerät benutzen, bitte sie, das jeweilige Emoji auszuwählen, damit es für die gesamte Klasse auf dem geteilten Bildschirm sichtbar ist.
Falls kein Bildschirm verwendet wird, bitte die Schüler*innen bei jeder Frage die Hand zu heben und notiere die Gesamtzahlen an der Tafel unter einer ausgedruckten oder gezeichneten Version des jeweiligen Emojis.
Als nächstes sollen die Schüler*innen ihrer Nachbar*in sagen, wie sie sich in diesem Moment fühlen:
„Ich fühle mich gerade…(glücklich, traurig, belustigt, albern, müde,…)“.
Des Weiteren sollen sie ein Emoji auswählen, was sie in diesem Moment am besten repräsentiert (Tiere, Autos, Gebäude, …). Diese Webseite bietet eine Übersicht aller Emojis, optional kann auch die Emoji-Übersicht des beigefügten Materials genutzt werden. Bitte drei Schüler*innen, ihre Antwort und Emojis vorzustellen.
KI-gestützte Begleit-Apps nutzen große Sprachmodelle, um die Rolle einer zuhörenden, bestätigenden Freund*in oder Berater*in zu imitieren.
Designelemente können zu emotionaler Abhängigkeit führen. Da der Bot immer prompt und positiv reagiert, wenden sich Kinder und Jugendliche möglicherweise zuerst an ihn und nutzen oder entwickeln dadurch keine Fähigkeiten im Umgang mit „echten“ Unterstützungssystemen.
Forschung zur Bindungstheorie warnt davor, dass eine Überabhängigkeit von einer einzigen, leicht zugänglichen Quelle wie KI-Begleiter-Apps die Entwicklung von Problemlösungsfähigkeiten verzögern und die Suche nach Hilfe bei vertrauenswürdigen Erwachsenen hinauszögern kann.
Es gibt auch ethische Fragestellungen, darunter die Tatsache, dass kommerzielle Modelle sensible Angaben speichern und Profile erstellen, die monetarisiert werden könnten, während das Sprachmodell weiterhin ungenaue oder voreingenommene Ratschläge geben kann.
Schließlich kann die ständige personalisierte Aufmerksamkeit längere Bildschirmzeiten hervorrufen, was wiederum Probleme mit Schlaf und sozialer Interaktion außerhalb des Internets verursachen kann – beides gilt als schützend für die psychische Gesundheit.
Jedes Kind wird einmal einen User und einen Bot spielen.
Zähle die Schüler*innen im Wechsel ab mit den Zahlen 1 und 2. Bilde dann immer 2er-Teams mit einem Kind mit der Zahl 1 und einem Kind mit der Zahl 2.
Zunächst sollen alle, die Nummer 1 sind, in ihrem Team die Rolle des Bots spielen und alle, die Nummer 2 sind, die Rolle eines Users.
Die Bots haben nun 5 Minuten Zeit, aus den Antwortkarten die beste, einfühlsamste Antwort auszusuchen und sie ihrem User zu präsentieren. Gehe während der Arbeitsphase durch den Raum, beobachte den Arbeitsprozess und gib Feedback.
Nach Ablauf der 5 Minuten bittest du alle Bots, die von ihnen ausgewählte Antwortkarte hochzuhalten. Wähle einige Schüler*innen aus, die ihre Antwort präsentieren und erläutern. Stelle heraus, dass die gewählten Antworten oft Freundlichkeit, aufmunternde Worte und präzise, klare Sprache beinhalten.
Gib jedem 2er-Team 10 verdeckte Vorteile-Risiken-Karten (siehe oben unter Downloadmaterialien) sowie ein Blatt Flipchart-Papier, das in zwei Hälften geteilt ist. Schreib auf die eine Hälfte die Überschrift „Hilfreich“ und auf die andere Hälfte „Mit einer erwachsenen Person besprechen“.
Sag den Schüler*innen, dass sie nun über konkrete Situationen und Bot Reaktionen nachdenken sollen, in denen sie die Begleit-App als hilfreich empfinden oder in denen sie lieber mit einer erwachsenen Person sprechen würden. Gib ihnen Beispiele für solche Situationen, über die sie nachdenken können.
Sag den Schüler*innen, dass sie diese Beispiele im Kopf behalten sollen, wenn sie nun die Vorteile-Risiken-Karten (siehe oben im Downloadbereich) angucken. Die Schüler*innen sollen nun in ihrem 2er-Team das Deck mischen und die Antworten in die zwei Spalten „Hilfreich“/„Mit einer erwachsenen Person besprechen“ auf ihrem Flip-Chart Bogen sortieren.
Teile die Aufkleber in grün und rot aus. Im nächsten Schritt sollen die Teams nun im Uhrzeigersinn zum nächsten Tisch rotieren und sich anschauen, wie die anderen Teams die Karten sortiert haben. Sie sollen einen grünen Sticker platzieren, falls sie zustimmen oder einen roten, falls sie widersprechen oder unsicher sind. Anschließend kehren die Teams zu ihrem ursprünglichen Arbeitsplatz zurück und sehen sich das Feedback an.