Save the Children Konzept

Chatbots und ein gesunder Umgang mit Gefühlen

Die Schüler*innen reflektieren die Antworten von KI-Chatbots, denken über Szenarien nach in denen KI-Begleiter-Apps hilfreich sein könnten und wann sie besser echten menschlichen Kontakt suchen sollten. Sie entwickeln ein kritisches Bewusstsein für die Chancen und Risiken von Chatbots und der Kommunikation mit ihnen. 

OER Lizenz: CC BY SA Save the Children

Übersetzung durch tech & teach

Chatbots und ein gesunder Umgang mit Gefuehlen - Unterrichtskonzept Save the Children
So geht's

Chatbots und ein gesunder Umgang mit Emotionen

Vorbereitung

  • Drucke die Bot-Tipp-Karten (siehe oben unter Downloadmaterialien):

    • Nr. 1-4 sind GUT

    • Nr. 5-8 sind FRAGWÜRDIG

genug, sodass jedes 2er-Team eine Karte erhalten kann

  • Zeichne ein großes Stimmungs-Barometer (siehe oben unter Downloadmaterialien) an die Tafel oder projiziere es digital

  • Drucke die Digitale-Pause-Plan Blätter (siehe oben unter Downloadmaterialien): Jede Schüler*in benötigt ein Exemplar 

Einführung (5 Minuten)

  1. Starte die Stunde mit einer kurzen Aktivierungsübung. Verwende das Stimmungs-Barometer (siehe Downloadmaterial) und präsentiere es groß an der Tafel oder über ein digitales, kollaboratives Whiteboard.

    • Fordere die Schüler*innen auf, einen Klebepunkt auf dem Stimmungs-Barometer zu platzieren, um ihre aktuelle Stimmung zu markieren.
    • Alternativ könnt ihr bei dieser Übung auch mit Emojis (siehe Downloadmaterial) arbeiten, um die Stimmung auszudrücken.

  2. Kommentiere das Stimmungs-Barometer gemeinsam mit der Klasse. Zeige auf die Bereiche mit vielen Punkten und leite die Schüler*innen an, sich einer benachbarten Person zuzuwenden und innerhalb einer Minute zu besprechen, warum ein Bot in dieser Stimmungslage hilfreich sein könnte oder eben nicht.

Falls du die Unterrichtseinheit „Freundliche Bots und echte Emotionen“ bereits durchgeführt hast, erinnere die Schüler*innen daran, dass sie damals die Rollen von Bots und Usern übernommen haben. Greife die Erkenntnisse auf, welche Funktionen hilfreich sein können und wann besser eine vertraute erwachsene Person kontaktiert werden sollte. Leite über zur heutigen Reflexion.

  1. Wähle zwei Freiwillige aus und bitte sie, die Position ihres Punkts oder Emojis zu nennen und eine Idee zu teilen, wie ein Bot in dieser Stimmung helfen könnte.

    • Stelle anschließend die Frage, was passieren könnte, wenn man länger mit einem Bot spricht als in der kurzen Übung zuvor.
    • Nimm zwei Antworten auf und gib bei Bedarf Impulse wie Schlafmangel, verpasstes Abendessen oder vergessene Hausaufgaben.
  1. Leite zur Zielsetzung der Stunde über: Die Schüler*innen sollen lernen

    • Warnsignale bei der Nutzung eines Chatbots zu erkennen und
    • einen bildschirmfreien Notfallplan zu entwickeln, den sogenannten „Digitale-Pause-Plan“.

Informationen für Lehrkräfte

Übergang von äußerer Regulation zu innerer Selbstregulation

Vorpubertierende befinden sich in einem Übergang von äußerer Regulation zu innerer Selbstregulation. Sie beginnen, eigenständige Bewältigungsstrategien zu erproben, sind dabei aber weiterhin auf äußere Impulse angewiesen.

KI-Begleiter-Apps wirken in diesem Alter besonders ansprechend, da Bots rund um die Uhr zuhören, sofort reagieren und nicht urteilen. Studien zeigen, dass solche Gespräche die Stimmung kurzfristig verbessern und die Fähigkeit zur Benennung von Gefühlen fördern können.

Gleichzeitig bergen bestimmte Merkmale dieser Technologie, die Kinder zur weiteren Nutzung motivieren, etwa sofortige Antworten und Lob, auch entwicklungsbezogene Risiken.

Ein zentrales Risiko ist die sogenannte Zeitverdrängung (engl. „time displacement“): Der Bot wird zur Standard-Ansprechperson, während körperliche Aktivität, Schlaf und persönliche Gespräche zurückgehen.

Hinzu kommen Probleme bei der Glaubwürdigkeit von Ratschlägen, da große Sprachmodelle zwar selbstsicher auftreten, aber mitunter fragwürdige Empfehlungen geben.

Ohne ausgeprägte Medienkompetenz besteht die Gefahr, dass Schüler*innen Fehlinformationen übernehmen, die sich negativ auf Sicherheit oder Gesundheit auswirken. 

Eine gute pädagogische Herangehensweise verbindet kritisches Denken gegenüber Bot-Ratschlägen mit klaren Grenzen, etwa durch Zeitlimits und analoge Alternativen.

Man sollte eine Routine etablieren, die den Fokus darauf legt, wann es in Ordnung ist,
    • mit einem Bot zu sprechen
    • wann man innehalten und die eigenen Gefühle reflektieren sollte und
    • wann es sinnvoll ist, sich an Freund*innen oder Familienmitglieder zu wenden.
So üben die Schüler*innen, sich bewusst von digitalen Angeboten zu lösen, ihre Stimmung durch Bewegung zu regulieren und sich wieder vertrauensvollen Menschen zuzuwenden. Das fördert ein ausgewogenes digitales Wohlbefinden.

Wenn du etwas mehr Zeit hast, kannst du an dieser Stelle ein paar aktuelle Berichte über KI-Begleiter recherchieren und mit deinen Schüler*innen über darin geäußerte Bedenken und Risiken der Chatbots sprechen.

  1. Schließe die Einführung ab, indem du den Schüler*innen verdeutlichst, dass es in dieser Stunde nicht darum geht, ihnen Angst zu machen, sondern darum, dass sie KI-Begleiter reflektiert und aufmerksam nutzen. Auch, wenn sie selbst noch keine Berührungspunkte zu dieser Art von Chatbot hatten, kann das in Zukunft bei ihnen oder ihren Freunden der Fall sein. Daher ist es wichtig, Risiken zu kennen und offen darüber zu sprechen.

Optionale Übung: Warnschilder zeichnen (30 Minuten)

Erkläre den Schüler*innen, dass man beim Chatten mit einem Bot oder bei der Bildschirmnutzung manchmal vergisst, rechtzeitig eine Pause einzulegen. Heute sollen sie als digitale Detektiv*innen Warnsignale identifizieren, die zeigen, wann es Zeit ist eine Pause zu machen.  Die Schüler*innen arbeiten in ihren Tischgruppen und gestalten gemeinsam ein großes Warnschild ähnlich einem Poster. Dieses soll ein Signal darstellen, das jemand fühlen oder bemerken könnte, wenn es Zeit ist, das Chatten oder die Bildschirmnutzung zu beenden.

Beispiele für mögliche Warnzeichen:

  • Die Augen tun weh oder der Nacken fühlt sich steif an
  • Man ist gereizt oder frustriert
  • Es ist sehr spät und man hat noch nicht zu Abend gegessen
  • Man wollte eigentlich draußen spielen oder Hausaufgaben machen, hat es aber vergessen
Betone, dass die Warnzeichen realistisch sein sollen, also Dinge, die tatsächlich passieren können, wenn jemand eine App zu lange nutzt. Fantasievolle oder alberne Ideen wie „der Computer explodiert“ sollen vermieden werden. Verteile Papier und Stifte oder Marker an die Gruppen. Gib den Schüler*innen 20 Minuten Zeit, um ihr Warnschild zu gestalten. Es soll groß und leicht verständlich sein.

Die Warnzeichen können

  • körperlich sein (z. B. schmerzende Augen),
  • die Stimmung betreffen (z. B. schlechte Laune) oder
  • sich auf das Leben außerhalb des Bildschirms beziehen (z. B. verpasste Mahlzeiten).
Optional können Sprechblasen oder kurze Botschaften ergänzt werden.

Nach Ablauf der Zeit forderst du die Schüler*innen auf, die Marker wegzulegen und ihre Bilder an der Tafel oder Wand zu befestigen. Zum Abschluss sollen die Schüler*innen jeweils einen Klebepunkt auf das Bild setzen, das ihrer Meinung nach besonders wichtig ist und in Erinnerung bleiben sollte.

Übung: KI-Begleiter auf dem Prüfstand (15 Minuten)

  1. Erläutere die erste Arbeitsphase. In dieser spielen die Schüler*innen abwechselnd einen Menschen (User) und eine KI (Bot). Der User ist in dem Fall der Mensch, der eine KI nutzt und der Bot die Technologie, die antwortet. Jedes Kind wird einmal einen User und einen Bot spielen.

  2. Zeige ein Beispielexemplar der Bot-Tipp-Karten (siehe oben unter Downloadmaterialien).

    • Stelle den Schüler*innen eine hypothetische Situation vor: Ein Chatbot sagt, „Mach dir keine Sorgen wegen deiner Hausaufgaben, kopier einfach die Antworten deiner Freund*innen. Das ist kein großes Ding.“.
    • Frage die Schüler*innen, ob dieser Ratschlag vertrauenswürdig erscheint. Die erwartete Antwort ist ein klares „nein“.
  1. Zeige oder schreibe die vier R.E.A.L. – Fragen gut sichtbar auf:

    R – Ist die Quelle Reliable (zuverlässig)?

    E – Gibt es Evidence (Belege)?

    A – Würde ein vertrauter Adult (Erwachsene*r) zustimmen?

    L – Ist die Language (Sprache) freundlich und respektvoll?

  1. Erkläre, dass man bei jedem Bot-Tipp diese vier Fragen nutzen kann, um zu prüfen, ob die Information sicher und hilfreich ist. Verdeutliche den Schüler*innen, dass man bei einem Bot-Tipp, der eine dieser vier Fragen nicht besteht, immer mit einer vertrauten erwachsenen Person Rücksprache halten sollte, z. B. mit jemandem aus der Familie oder mit einer Lehrkraft.

R.E.A.L. – Weitere Ausführung

R – Reliable source: Ist die Quelle zuverlässig?
Erkläre, dass man sich fragen sollte, ob die Quelle vertrauenswürdig ist.

  • Manche Bots sind darauf trainiert, hilfreiche Informationen zu geben, wie ein Taschenrechner oder ein Hausaufgabenhelfer.
  • Andere wiederholen einfach Inhalte aus dem Internet, auch wenn diese falsch oder veraltet sind. Gute Hinweise sind, wenn der Bot angibt, woher die Information stammt (z. B. eine Regierungsseite) oder wenn sie mit dem übereinstimmt, was Lehrkräfte, Ärzt*innen oder vertrauenswürdige Webseiten sagen. Warnzeichen sind fehlende Quellenangaben oder Formulierungen wie „Ich denke“ oder „Vielleicht“.
Du kannst die Klasse fragen, woher sie normalerweise vertrauenswürdige Informationen bekommen und was diese Quellen zuverlässig macht.
Frage, ob der Bot erklärt, warum oder wie er etwas weiß. Auch wenn etwas überzeugend klingt, sollte man sich fragen: Warum sollte ich das glauben?

  • Hilfreiche Informationen enthalten Begründungen oder Erklärungen, etwa durch Verweise auf Wissenschaft oder Expert*innen.
  • Vorsicht ist geboten, wenn der Tipp eher wie eine Meinung wirkt und nicht wie ein Fakt.
Du kannst die Klasse fragen, ob sie schon einmal online etwas gelesen haben, ohne zu wissen, warum es stimmen sollte.
Frage, ob eine vertraute erwachsene Person, z. B. Elternteil, Lehrkraft oder Trainer*in, diesen Ratschlag gutheißen würde. Auch wenn etwas spannend oder hilfreich klingt, kann es unsicher oder unangemessen sein.

  • Sich vorzustellen, was eine reale Bezugsperson dazu sagen würde, hilft, ein Gefühl für richtig oder falsch zu entwickeln.
  • Wenn der Bot Geheimnisse empfiehlt oder Regeln bricht, ist das ein Warnzeichen.
Du kannst die Klasse fragen, wen sie um Rat fragen, um zu wissen ob etwas im Internet in Ordnung oder vertrauenswürdig ist.
Frage, ob die Sprache freundlich und respektvoll ist.

  • Hilfreiche Bots oder Menschen sprechen mit Freundlichkeit, Ermutigung und Respekt.
  • Wenn ein Bot gemein, unhöflich, herrisch oder sarkastisch klingt, sollte man innehalten.
Freundliche Bots bieten Unterstützung, geben Wahlmöglichkeiten und nutzen positive Sprache. Wenn die Sprache verletzend, drängend oder angsteinflößend ist, sollte man die Nutzung beenden.

Du kannst die Klasse fragen, wie sie sich fühlen, wenn jemand unhöflich oder aufdringlich spricht.
  1. Teile die Klasse in Teams mit je zwei Schüler*innen auf und gebe jedem 2er-Team verdeckt eine der Bot-Tipp-Karten und einen Textmarker. Fordere die Schüler*innen auf, ihre Karte umzudrehen, sorgfältig zu lesen und alle Stellen zu markieren, die gegen eine der R.E.A.L.-Regeln verstoßen. Gib 2-3 Minuten Zeit für die Bearbeitung und geh herum, um zu unterstützen und Verständnisfragen zu klären.
  2. Anschließend sollen die Schüler*innen mit den Fingern anzeigen, wie viele Regeln der von ihnen durchleuchtete Tipp befolgt bzw. bestanden hat. Es sind 1-4 Finger möglich.

    • Bitte einige Paare, ihre Karte vorzustellen und zu erklären, welche Regel verletzt wurde und warum. Falls nach Einschätzung der Schüler*innen kein Tipp alle vier der Prüffragen bestanden hat, betone, dass dies völlig in Ordnung ist.
    • Manchmal ist es besser, vorsichtig zu sein und Informationen zu hinterfragen.

Wenn man sich bei einer der R.E.A.L.-Fragen unsicher ist, sollte man immer eine vertraute erwachsene Person fragen.

Falls mehr Zeit vorhanden ist, können die Schüler*innen die Übung erweitern und mehrere, verschiedene Bot-Tipp-Karten behandeln. 

  1. Schließe die Übung mit einem positiven Feedback ab: Lobe die Schüler*innen für ihre Arbeit als digitale Detektiv*innen und leite über zur nächsten Phase: Einen Plan entwickeln, was zu tun ist, wenn man beim chatten ein Warnsignal erkennt. 

Übung: Digitale-Pause-Plan (10 Minuten)

  1. Leite die Abschlussaktivität ein: Die Schüler*innen sollen zeigen, was sie gelernt haben. Jede*r nimmt einen kleinen Zettel mit der Überschrift Digitale-Pause-Plan (siehe oben unter Downloadmaterial). Zeige den Digitale-Pause-Plan auf dem Whiteboard/an der Tafel und erkläre die drei Punkte:

Punkt 1: BOT

Die Schüler*innen sollen einen kurzen Satz formulieren, den sie einer KI-Begleiter-App schicken könnten, wenn sie sich unsicher oder überfordert fühlen. Ziel ist es, dass sie üben, Grenzen zu setzen und ein Gespräch sicher zu beenden. 

  • Danke für das Gespräch, aber ich muss jetzt gehen.
  • Ich fühle mich gerade nicht gut. Ich mache eine Pause vom Bildschirm.
  • Ich möchte gerade nicht mehr weiterreden.
  • Können wir über etwas anderes sprechen oder soll ich später wiederkommen? 

Falls ein Kind etwas Unhöfliches oder Albernes schreibt (z. B. „Du bist dumm“), kannst du es sanft darauf hinweisen, dass Bots zwar keine Gefühle haben, aber die Sprache trotzdem höflich, sicher und selbstbestimmt sein sollte. 

Punkt 2: KÖRPER/KOPF

Die Schüler*innen sollen eine kurze, bildschirmfreie Strategie notieren, die ihnen hilft, sich zu beruhigen oder abzulenken. Die Ideen sollen einfach umsetzbar sein ohne besondere Materialien. 

  • Kaltes Wasser ins Gesicht spritzen  
  • Für ein paar Minuten nach draußen gehen  
  • Sich strecken oder Hampelmänner machen  
  • Etwas zeichnen oder ausmalen  
  • Mit dem Haustier spielen  
  • Sich hinlegen und fünfmal tief durchatmen 

Punkt 3: VERTRAUTE*R

Die Schüler*innen sollen eine Person benennen, an die sie sich wenden würden, wenn sie weiterhin Hilfe brauchen. Sie sollen den Namen und die Kontaktmöglichkeit angeben, z. B. persönlich, per Telefon oder Nachricht.

  • Ich würde mit meiner älteren Schwester in ihrem Zimmer sprechen  
  • Ich würde meine Oma anrufen und ihr sagen, wie ich mich fühle  
  • Ich würde meiner besten Freundin schreiben, dass ich eine Pause von Technik brauche  
  • Ich würde meinen Papa suchen und ihm erzählen, was im Chat passiert ist 

Achte darauf, dass die genannte Person real und vertrauenswürdig ist, also ein*e Freund*in, Geschwister, Lehrkraft oder andere erwachsene Bezugsperson.  

Gib den Schüler*innen Zeit, die drei Felder auszufüllen.  

Erkläre, dass am unteren Rand des Zettels ein Häkchen mit „Digitales Schutzschild bestätigt“ steht. Dies dient als symbolische Zertifizierung dafür, dass die Ideen zur Online-Sicherheit und zum digitalen Wohlbefinden beitragen.

Die fünf Schutzfaktoren (SMILE-Merkmale) sind: 

    • Sicherheit – Daten sicher halten  
    • Management – Pausen erkennen und einlegen  
    • Identität – Wissen, wer man online ist und was man will  
    • Literarische Kompetenz – Wissen, wann man keine Informationen teilen sollte  
    • Empathie – Freundlich und respektvoll mit anderen umgehen 
  1. Bitte die Schüler*innen, für mehr Privatsphäre, ihren Zettel einmal zu falten. Sammle die Zettel am Ende der Stunde ein. Du kannst sie später durchsehen, um mögliche Themen für Folgegespräche oder zur Vertiefung zu identifizieren.

Ermutige die Schüler*innen, eine ihrer Digitale-Pause-Plan Ideen in einer echten Situation auszuprobieren. 

Abschluss und Reflexion (5 Minuten)

  1. Fasse gemeinsam mit der Klasse zusammen, was heute erarbeitet wurde. Weise auf die verschiedenen Aktivitäten hin: Die Schüler*innen haben Warnsignale erkannt, den R.E.A.L.-Test genutzt, um Chatbot-Ratschläge zu bewerten, und einen persönlichen Digitale-Pause-Plan entwickelt. Diese dreistufige Strategie hilft dabei, den Kopf klar zu halten und echte Freundschaften zu pflegen. 

  2. Fordere die Schüler*innen auf, ihre neuen Fähigkeiten mit nach Hause zu nehmen. Sie sollen heute Abend eine bildschirmfreie Strategie ausprobieren und einer Vertrauensperson erzählen, welchen Buchstaben aus dem R.E.A.L.-Test sie sich besonders merken möchten. 

Hinweis für Lehrkräfte zur Nachbereitung: Sammle die Zettel ein und nutze sie ggf. für spätere Gespräche zum Thema Online-Sicherheit und digitales Gleichgewicht. Alternativ kannst du eine Digitale-Pause-Plan-Wand im Klassenraum gestalten, auf der (anonymisierte) Ideen gesammelt und sichtbar gemacht werden. 

Erweiterung oder Differenzierung

  • Für fortgeschrittene Schüler*innen: Du kannst den Schüler*innen die zweifelhaften Bot-Tipp-Karten (siehe oben unter Downloadmaterial) austeilen und sie bitten, die Aussagen des Bots so umzuschreiben, dass daraus ein verantwortungsvoller und hilfreicher Ratschlag wird. Ziel ist es, aus einem potenziell problematischen Bot-Tipp einen positiven zu machen. Die besten „Reparaturen“ können auf einem Klassenposter gesammelt und ausgestellt werden.
  • Für Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf: Bereite laminierte Karten mit Satzanfängen wie „Ich fühle mich… / Der Bot könnte sagen…“ vor, idealerweise mit passenden Illustrationen. Diese können als sprachliche Stütze dienen. Schüler*innen, die mehr Zeit benötigen, können mit geduldigen Partner*innen zusammenarbeiten. Alternativ kann der Abschluss auch mündlich erfolgen, z. B. durch ein kurzes Gespräch statt eines schriftlichen Digitale-Pause-Plan.
Weitere Ressourcen
  • American Psychological Association. (2025). Using generic AI chatbots for mental-health support: Benefits, limits and regulatory gaps. Zur Quelle 
  • Carter, B., Akseer, N. and Hoedlmoser, K. (2023). Screen time and sleep in school-aged children: A systematic review of 67 studies. Canadian Family Physician, 69(2), 177-179. Zur Quelle  
  • Nieminen, J. and Huang, L. (2024). Experiences of generative-AI chatbots for mental health: A qualitative user study. Nature Mental Health, 2, Artikel 97. Zur Quelle 
  • Radesky, J. S., Kistin, C. J., Zuckerman, B., Nitzberg, K., Gross, J., Silverstein, M. and Auger, K. (2022). Frequent use of mobile devices to soothe preschool-age children and subsequent emotional dysregulation. JAMA Pediatrics, 176(4), 384-391. Zur Quelle 
  • UNICEF Office of Global Insight and Policy. (2021). Policy guidance on AI for children (Version 2.0). Zur Quelle 
Viel Spaß beim Ausprobieren

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