Save the Children Konzept
In dieser Unterrichtseinheit lernen die Schüler*innen, wie Empfehlungssysteme auf Apps und Webseiten funktionieren. Sie erfahren, wie ihre Daten genutzt werden, um vorherzusagen, was sie gerne sehen oder anklicken. Es wird erkundet, wie Algorithmen unsere Gefühle beeinflussen können und warum man manchmal zu viel Zeit auf sozialen Plattformen verbringt. Die Schüler*innen setzen sich kritisch mit personalisierten Feeds, Überinformation, emotionaler Beeinflussung und digitalen Gewohnheiten auseinander.
OER Lizenz: CC BY SA Save the Children
Übersetzung durch tech & teach
Die Schüler*innen erkunden, wie Plattformen ihre Daten nutzen, um Inhalte vorherzusagen und anzuzeigen. Sie diskutieren, wie das ihre Mediennutzung und ihr Wohlbefinden beeinflusst. Gemeinsam üben sie, kritisch und selbstbestimmt mit digitalen Inhalten umzugehen.
Die Schüler*innen lernen
Digitale Kompetenzen
Weitere Kompetenzen
Hardware:
Weitere Materialien:
Anhang 1: Feed Karten
Betone, dass es in dieser Unterrichtsstunde nicht darum geht, Technik zu verteufeln, sondern herauszufinden, wie personalisierte Inhalte entstehen und wie man selbstbestimmt damit umgehen kann.
Empfehlungssysteme bestimmen, welche Inhalte Nutzer*innen auf Plattformen wie YouTube, TikTok, Instagram oder Spotify sehen. Sie werten kontinuierlich Daten aus (z.B. Likes, Klicks, Verweildauer, Kommentare, Suchbegriffe, Standort oder Freundesnetzwerke) und erstellen daraus ein Profil. So “lernen” Algorithmen, welche Beiträge wahrscheinlich am meisten Aufmerksamkeit, Emotionen oder längere Nutzung erzeugen. Ziel ist es meist, die Verweildauer zu erhöhen und Werbung gezielt auszuspielen.
Jugendliche nutzen Plattformen oft stundenlang, ohne zu merken, dass ihr Feed nicht zufällig entsteht. Das kann Folgen haben:
Empfehlungssysteme basieren auf Künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen. Sie erkennen Muster in riesigen Datenmengen und passen sich mit jeder Interaktion an. Sie sind nicht neutral, sondern optimieren auf Kennzahlen wie Klickrate, Verweildauer oder Werbeerfolg.
Beispiel: Wird ein Videoformat häufig geliket und bis zum Ende oder sogar mehrfach geschaut, werden ähnliche Formate künftig häufiger ausgespielt.
Empfehlungssysteme sind ein zentraler Bestandteil digitaler Plattformen, mit großem Einfluss auf Konsum, Meinung und Wohlbefinden. Gerade bei Jugendlichen, deren Medienkompetenz sich noch entwickelt, ist es wichtig, ein kritisches Bewusstsein für diese Systeme zu fördern und konkrete Strategien für den reflektierten Umgang zu erarbeiten.
Gib den Gruppen mindestens 10 Minuten Zeit. Gehe herum, höre zu und stelle vertiefende Fragen:
(z.B. „emotionale Trigger“, „soziale Vergleiche“, „visuelle Reize“).
Schaffe Raum für persönliche Erfahrungen, ohne zu bewerten.
Stelle dann eine Transferfrage: „Was könnten wir tun, um mit solchen Inhalten besser umzugehen?“
Mögliche Impulse:
Gib Raum für stille Reflexion. Wer möchte, kann seine Entscheidung freiwillig mit der Klasse teilen. Dies fördert das Veranwortungsbewusstsein und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
Betone zum Schluss, dass die eigene Aufmerksamkeit ein wertvolles Gut ist und dass es wichtig ist, sich der Mechanismen hinter einer digitalen Plattform bewusst zu werden. Auch wenn Algorithmen komplex sind, bestimmt jede*r Nutzer*in eigene Grenzen, Werte und Entscheidungen – sowohl online als auch offline.
Differenzierung für Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf: Gib vorstrukturierte Feed-Karten-Beispiele bei denen die Tags farblich nach Risiko codiert sind (z.B. Rot = emotionaler Trigger). Alternativ kann die Reflexion auch mündlich oder im Tandemgespräch mit Satzanfängen erfolgen, anstatt schriftlich.
Vertiefung für leistungsstarke Schüler*innen: Fordere die Schüler*innen heraus, die typischen Aufmerksamkeitsmuster nach ethischer Bedenklichkeit zu ordnen.
Erweiterung im Alltag: Lasse die Schüler*innen ein 24-Stunden-Feed-Tagebuch führen, in dem sie notieren, welche Inhalte sie sehen und warum diese sie ansprechen. Alternativ können sie selbst einen fiktiven Social-Media-Feed gestalten, der typische Muster bewusst aufgreift oder vermeidet.