OER Lizenz: CC BY SA Save the Children
Übersetzung durch tech & teach
Diese Unterrichtseinheit soll das Bewusstsein für sexualisierte Deepfakes schärfen – die nicht einvernehmliche Erstellung synthetischer sexualisierter Bilder mithilfe von KI. Gleichzeitig sollen die Schüler*innen befähigt werden, aktiv gegen deren Verbreitung vorzugehen. Ziel ist es, solche Bilder nicht als „Spaß“ oder bloße technische Manipulation zu betrachten, sondern als ernsthafte Form sexualisierter bildbasierter Gewalt zu erkennen.
Die Schüler*innen lernen
Digitale Kompetenzen
Kommunikation und Kollaboration
Sicherheit
Weitere Kompetenzen
Hardware:
Software:
Weitere Materialien:
Vorbereitung:
Vorbereitung
Um sexualisierte Deepfakes unter Jugendlichen wirksam entgegenzuwirken, reicht es nicht aus, lediglich Verbote auszusprechen. Schüler*innen müssen konkrete Handlungsmöglichkeiten kennenlernen, damit sie in entsprechenden Situationen schnell und verantwortungsvoll reagieren können.
Diese Unterrichtseinheit soll dazu beitragen, impulsive Reaktionen wie Neugier oder belustigtes Weiterleiten durch reflektiertes und verantwortungsbewusstes Handeln zu ersetzen.
Durch die Arbeit mit den verschiedenen Verbreitungsstufen erkennen die Lernenden, wie Schaden Schritt für Schritt entsteht und wie sie selbst dazu beitragen können, diese Entwicklung zu stoppen. Sie lernen, dass das Nicht-Weiterleiten eines Bildes kein Zeichen von Schwäche ist, sondern verantwortungsvolles Handeln.
Darüber hinaus erwerben sie praktische Kenntnisse darüber, wie Beweise gesichert werden können und an wen sie sich wenden sollten. Ziel ist es, sie vom passiven Zuschauen hin zu aktivem Schutzverhalten zu befähigen.
Weise die Klasse darauf hin,
Mache deutlich, dass persönliche Erfahrungen freiwillig geteilt werden können. Falls Inhalte belastend wirken oder aktuelle Vorfälle betreffen, sollen sich die Schüler*innen vertraulich an dich oder eine zuständige Vertrauensperson wenden können.
Dies ist eine Form sexualisierter bildbasierter Gewalt ohne Einwilligung der dargestellten Person. Dabei werden digitale Werkzeuge – häufig auf Basis künstlicher Intelligenz – genutzt, um Bilder von Personen zu erstellen oder zu verändern und sie in intimen Situationen darzustellen, ohne dass die betroffene Person zugestimmt hat.
Auch wenn die Inhalte künstlich erzeugt wurden und kein reales Ereignis zeigen, werden Identität und Erscheinungsbild einer Person ohne deren Zustimmung verwendet.
Mache deutlich, dass es sich nicht um einen harmlosen Scherz oder eine bloße Bildbearbeitung handelt, sondern um einen Eingriff in Privatsphäre, Würde und digitale Rechte.
Erläutere, dass die emotionale Belastung für Betroffene erheblich sein kann. Obwohl das Bild künstlich erzeugt wurde, sind Gefühle wie Scham, Angst und Kontrollverlust real. Insbesondere im Jugendalter, in dem Identität und soziale Zugehörigkeit eine wichtige Rolle spielen, können solche Vorfälle das Selbstwertgefühl nachhaltig beeinträchtigen.
Darüber hinaus können Betroffene Vertrauen in ihr Umfeld verlieren, soziale Situationen vermeiden, sich aus Freundeskreisen zurückziehen und den Schulbesuch als belastend empfinden.
Mache deutlich, dass nicht nur die betroffene Person leidet. Auch Mitschüler*innen können Verunsicherung oder Angst entwickeln, selbst Opfer eines ähnlichen Vorfalls zu werden. Dies kann das Klassenklima und das Sicherheitsgefühl innerhalb der Schule erheblich beeinträchtigen.
Erkläre den Schüler*innen die unterschiedlichen Rollen:
Betroffene Person: Die Person, deren Bild erstellt oder verbreitet wird.
Verbreitende Person: Gibt den Inhalt aktiv weiter.
Stille*r Zuschauer*in: Sieht den Inhalt, greift jedoch nicht ein.
Unterstützende Person: Hilft der betroffenen Person und meldet Vorfälle.
Widersprechende Person: Spricht problematisches Verhalten an und setzt Grenzen.
Vertrauensperson oder Erwachsener: Unterstützt bei Schutzmaßnahmen und Intervention.
Betone, dass nicht alle Rollen zur Schädigung beitragen. Jede Person hat die Möglichkeit, aktiv zu handeln und Schaden zu begrenzen.
Sollten nicht genug Geräte für eine 1:1 Ausstattung der Schüler*innen zur Verfügung stehen, bilde Kleingruppen. In diesem Fall sollten die Antworten eher als Gruppenmeinung formuliert werden.
Während die Schüler*innen arbeiten, kannst du:
Mache deutlich, dass Schüler*innen in realen Situationen niemals selbst Ermittlungen durchführen, Bilder weiterleiten oder erneut verbreiten sollten.
Der sicherste Umgang besteht darin,
Stufe 1: Veröffentlichung in einer kleinen Freundesgruppe
Stufe 2: Verbreitung in der Klassengruppe
Stufe 3: Verbreitung im schulischen Umfeld
Stufe 4: Öffentliche Verbreitung im Internet
Falls noch Zeit zur Verfügung steht oder die Schüler*innen schneller als erwartet fertig werden, annst du die rechtlichen Aspekte von sexualisierten Deepfakes vertiefend behandeln, oder ausgewählte Beiträge der Post-Its ausführlicher diskutieren und reflektieren.
Falls weniger Zeit zur Verfügung steht, kannst du die Anzahl der Post-Its pro Schüler*in reduzieren. Dadurch lässt sich die Aktivität verkürzen, ohne die zentralen Lernziele zu verändern.