Save the Children Konzept

Umgang mit und Handeln gegen Cybermobbing

Die Schüler*innen lernen, wie sie Betroffene von Cybermobbing aktiv unterstützen können, statt eine passive Zuschauerrolle einzunehmen.

OER Lizenz: CC BY SA Save the Children

Übersetzung durch tech & teach

Umgang mit und Handeln gegen Cybermobbing
So geht's

Umgang mit und Handeln gegen Cybermobbing

Wichtige Informationen vorab

Eine wirksame Prävention von Cybermobbing geht über Verbote hinaus. Ziel ist es, Schüler*innen zu stärken, selbstständig, reflektiert und verantwortungsvoll zu handeln. Die Unterrichtseinheit hilft dabei, impulsive Reaktionen durch überlegte und wirksame Handlungsstrategien zu ersetzen. 

Durch die gemeinsame Erstellung eines Handlungsplans setzen sich die Lernenden mit den Schritten „Stoppen, Speichern, Support suchen, Sprechen“ auseinander. Sie lernen, in belastenden Situationen zunächst Ruhe zu bewahren, Beweise zu sichern, Unterstützung zu suchen und anderen Hilfe anzubieten. Gleichzeitig fördert die Zusammenarbeit den Austausch von Erfahrungen und stärkt die Verantwortung füreinander. So werden die Schüler*innen von passiven Beobachtenden zu aktiven Akteur*innen.  

Erinnere die Schüler*innen daran, keine realen Personen, Schulen oder Accounts zu nennen. Persönliche Erfahrungen müssen nicht geteilt werden. Falls Inhalte belastend wirken oder aktuelle Vorfälle angesprochen werden, können sich die Lernenden vertraulich an die Lehrkraft oder eine zuständige Ansprechperson wenden.  

Einführung (10 Minuten)

  1. Stelle den Schüler*innen die gemeinsame Aufgabe der Stunde vor: Als Team einen Handlungsplan entwickeln, der praktische Tipps im Umgang mit Cybermobbing enthält und Betroffenen Orientierung bietet, was sie bei digitaler Gewalt unternehmen können.
  2. Erkläre, dass der Handlungsplan vier zentrale Schritte beinhaltet. Besprich sie ausführlich mit den Schüler*innen:
Stoppen: Ruhe bewahren und nicht impulsiv reagieren
Bei beleidigenden Nachrichten oder Beiträgen ist es wichtig, zunächst nicht impulsiv zu reagieren. Eine wütende Antwort kann den Konflikt verschärfen. Stattdessen hilft es, kurz Abstand zu gewinnen, Ruhe zu bewahren und überlegt zu entscheiden, was als Nächstes zu tun ist.

Bevor Nachrichten gelöscht oder verändert werden, sollten wichtige Beweise gesichert werden. Dazu gehören Screenshots mit Nutzername, Datum, Uhrzeit, Link zum Profil und dem vollständigen Verlauf. Diese Informationen helfen dabei, den Vorfall nachzuvollziehen und Unterstützung durch Schule, Familie oder andere Stellen zu ermöglichen. 

Um weitere Angriffe zu verhindern, können Melde- und Blockierfunktionen genutzt und Privatsphäre-Einstellungen überprüft werden. Wichtig ist auch, dass andere nicht schweigen, sondern Betroffene unterstützen und gemeinsam gegen Cybermobbing vorgehen. Schule und Erwachsene sollten die Situation weiter begleiten und sicherstellen, dass sich der Vorfall nicht wiederholt. 

Niemand sollte Cybermobbing alleine bewältigen müssen. Es ist wichtig, sich frühzeitig an eine Vertrauensperson zu wenden. Freunde können emotional unterstützen, aber Erwachsene können weitere Schritte einleiten und Hilfe organisieren. Je nach Schwere des Falls können Maßnahmen von schulischer Unterstützung bis hin zur Einschaltung offizieller Stellen reichen. 

Cybermobbing Handlungspläne erstellen (30 Minuten)

  1. Teile die Schüler*innen nun in Kleingruppen (3-4 Personen) ein und erkläre, dass sie gemeinsam im Team auf einer digitalen Pinnwand Handlungspläne für Cybermobbing erarbeiten.
  2. Jede Gruppe erhält ein Tablet oder einen Laptop auf dem das Padlet geöffnet wird. Erläutere, dass jede Gruppe auf einer Pinnwand arbeitet, aber links am Rand später auch auf die Werke der anderen Gruppen zugreifen kann.

Falls die Schüler*innen noch nicht mit Padlet gearbeitet haben, solltest du vorher eine kleine Einführung geben und erklären, wie sie Text, Notizen und Sticker benutzen können.

  1. Die Schüler*innen überlegen sich für ihre Gruppe jeweils einen Namen und schreiben diesen rechts unten in die Ecke der Pinnwand.
  2. Verteile die zuvor zugeschnittenen Handlungsstrategien an die Gruppen. Achte darauf, dass alle Gruppen gleich viele Karten bekommen.
  3. Gib den Schüler*innen nun ihre Aufgabe:
    „Lest euch die Karten gemeinsam aufmerksam durch. Entscheidet gemeinsam, zu welchem Bereich jede Handlungsstrategie gehört:
    • Stoppen: Was hilft, ruhig zu bleiben und nicht impulsiv zu reagieren?
    • Speichern: Welche Beweise sollten gesichert werden?
    • Support suchen: Was kann man tun, um sich selbst und andere langfristig zu schützen?
    • Sprechen: Mit wem kann man sprechen und Hilfe holen?
    Fügt die Karten in den passenden Bereich eurer Pinnwand ein und markiert sie danach mit einem Sticker, damit die anderen Gruppen später wissen, dass die Karte von euch so zugeordnet wurde.“
  4. Wenn alle Gruppen fertig sind, schauen sich die Schüler*innen die Pinnwände der jeweils anderen Gruppen an und übernehmen die gekennzeichneten Tipps in ihre eigene Pinnwand. So haben am Ende alle Gruppen die gleichen, wichtigen Informationen gesammelt.
  5. Wenn noch Zeit übrigbleibt, können die Gruppen ihre Pinnwände noch weiter nach ihren Vorstellungen gestalten und verzieren.
Padlet Screenshot

Abschluss (5 Minuten)

  1. Zum Abschluss der Aktivität werden die Pinnwände der Gruppen gemeinsam angeschaut. Zeige einige Beispiele, die besonders kreativ oder übersichtlich gestaltet wurden, und besprecht kurz die Ergebnisse.
  2. Exportiere anschließend das Padlet und stelle es den Schüler*innen zur Verfügung, damit sie den erstellten Handlungsleitfaden auch später bei Bedarf nutzen können.

So kannst du das Padlet exportieren:
1. Klicke auf „Teilen“
2. Wähle „Als Bild exportieren“ oder „Als PDF exportieren“ aus. (PDF wird empfohlen.)

Erweiterung (15 Minuten)

Falls noch Zeit zur Verfügung steht oder die Schüler*innen schneller als erwartet fertig werden, können die Gruppen nach informativen Videos oder Clips von Anti-Mobbing-Kampagnen suchen, die zu den behandelten Themen passen, und diese auf der Pinnwand einfügen. 

Weniger Zeit?

Die Gruppen lassen das Dekorieren der Pinnwände aus. 

Viel Spaß beim Ausprobieren

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