Save the Children Konzept
Die Schüler*innen reflektieren die Antworten von KI-Chatbots, denken über Szenarien nach in denen KI-Begleiter-Apps hilfreich sein könnten und wann sie besser echten menschlichen Kontakt suchen sollten. Sie entwickeln ein kritisches Bewusstsein für die Chancen und Risiken von Chatbots und der Kommunikation mit ihnen.
OER Lizenz: CC BY SA Save the Children
Übersetzung durch tech & teach

Diese Unterrichtseinheit baut auf bereits bestehendem Wissen zu Chatbots und KI-Begleitern auf. Die Schüler*innen wissen schon, was KI-Begleiter-Apps sind und können grundlegende Vorteile und Risiken benennen.
Die Schüler*innen reflektieren die Antworten von KI-Chatbots, denken über Szenarien nach in denen KI-Begleiter-Apps hilfreich sein könnten und wann sie besser echten menschlichen Kontakt suchen sollten. Sie entwickeln ein kritisches Bewusstsein für die Chancen und Risiken von Chatbots und der Kommunikation mit ihnen.
Die Schüler*innen lernen
Digitale Kompetenzen
Weitere Kompetenzen
Hardware: Ein Beamer oder Smartboards, welches interaktive Emojis darstellen kann (alternativ kann ein anderes Projektionsmedium und ausgedruckte Emojis genutzt werden)
Software: Digitales Whiteboard zum Teilen und Kommentieren (optional)
Weitere Materialien:
Drucke die Bot-Tipp-Karten (siehe oben unter Downloadmaterialien):
Nr. 1-4 sind GUT
Nr. 5-8 sind FRAGWÜRDIG
genug, sodass jedes 2er-Team eine Karte erhalten kann
Zeichne ein großes Stimmungs-Barometer (siehe oben unter Downloadmaterialien) an die Tafel oder projiziere es digital
Drucke die Digitale-Pause-Plan Blätter (siehe oben unter Downloadmaterialien): Jede Schüler*in benötigt ein Exemplar
Falls du die Unterrichtseinheit „Freundliche Bots und echte Emotionen“ bereits durchgeführt hast, erinnere die Schüler*innen daran, dass sie damals die Rollen von Bots und Usern übernommen haben. Greife die Erkenntnisse auf, welche Funktionen hilfreich sein können und wann besser eine vertraute erwachsene Person kontaktiert werden sollte. Leite über zur heutigen Reflexion.
Vorpubertierende befinden sich in einem Übergang von äußerer Regulation zu innerer Selbstregulation. Sie beginnen, eigenständige Bewältigungsstrategien zu erproben, sind dabei aber weiterhin auf äußere Impulse angewiesen.
KI-Begleiter-Apps wirken in diesem Alter besonders ansprechend, da Bots rund um die Uhr zuhören, sofort reagieren und nicht urteilen. Studien zeigen, dass solche Gespräche die Stimmung kurzfristig verbessern und die Fähigkeit zur Benennung von Gefühlen fördern können.
Gleichzeitig bergen bestimmte Merkmale dieser Technologie, die Kinder zur weiteren Nutzung motivieren, etwa sofortige Antworten und Lob, auch entwicklungsbezogene Risiken.
Ein zentrales Risiko ist die sogenannte Zeitverdrängung (engl. „time displacement“): Der Bot wird zur Standard-Ansprechperson, während körperliche Aktivität, Schlaf und persönliche Gespräche zurückgehen.
Hinzu kommen Probleme bei der Glaubwürdigkeit von Ratschlägen, da große Sprachmodelle zwar selbstsicher auftreten, aber mitunter fragwürdige Empfehlungen geben.
Ohne ausgeprägte Medienkompetenz besteht die Gefahr, dass Schüler*innen Fehlinformationen übernehmen, die sich negativ auf Sicherheit oder Gesundheit auswirken.
Wenn du etwas mehr Zeit hast, kannst du an dieser Stelle ein paar aktuelle Berichte über KI-Begleiter recherchieren und mit deinen Schüler*innen über darin geäußerte Bedenken und Risiken der Chatbots sprechen.
Schließe die Einführung ab, indem du den Schüler*innen verdeutlichst, dass es in dieser Stunde nicht darum geht, ihnen Angst zu machen, sondern darum, dass sie KI-Begleiter reflektiert und aufmerksam nutzen. Auch, wenn sie selbst noch keine Berührungspunkte zu dieser Art von Chatbot hatten, kann das in Zukunft bei ihnen oder ihren Freunden der Fall sein. Daher ist es wichtig, Risiken zu kennen und offen darüber zu sprechen.
Erläutere die erste Arbeitsphase. In dieser spielen die Schüler*innen abwechselnd einen Menschen (User) und eine KI (Bot). Der User ist in dem Fall der Mensch, der eine KI nutzt und der Bot die Technologie, die antwortet. Jedes Kind wird einmal einen User und einen Bot spielen.
Zeige ein Beispielexemplar der Bot-Tipp-Karten (siehe oben unter Downloadmaterialien).
Zeige oder schreibe die vier R.E.A.L. – Fragen gut sichtbar auf:
R – Ist die Quelle Reliable (zuverlässig)? E – Gibt es Evidence (Belege)? A – Würde ein vertrauter Adult (Erwachsene*r) zustimmen? L – Ist die Language (Sprache) freundlich und respektvoll?Wenn man sich bei einer der R.E.A.L.-Fragen unsicher ist, sollte man immer eine vertraute erwachsene Person fragen.
Falls mehr Zeit vorhanden ist, können die Schüler*innen die Übung erweitern und mehrere, verschiedene Bot-Tipp-Karten behandeln.
Leite die Abschlussaktivität ein: Die Schüler*innen sollen zeigen, was sie gelernt haben. Jede*r nimmt einen kleinen Zettel mit der Überschrift Digitale-Pause-Plan (siehe oben unter Downloadmaterial). Zeige den Digitale-Pause-Plan auf dem Whiteboard/an der Tafel und erkläre die drei Punkte:
Punkt 1: BOT
Die Schüler*innen sollen einen kurzen Satz formulieren, den sie einer KI-Begleiter-App schicken könnten, wenn sie sich unsicher oder überfordert fühlen. Ziel ist es, dass sie üben, Grenzen zu setzen und ein Gespräch sicher zu beenden.
Falls ein Kind etwas Unhöfliches oder Albernes schreibt (z. B. „Du bist dumm“), kannst du es sanft darauf hinweisen, dass Bots zwar keine Gefühle haben, aber die Sprache trotzdem höflich, sicher und selbstbestimmt sein sollte.
Punkt 2: KÖRPER/KOPF
Die Schüler*innen sollen eine kurze, bildschirmfreie Strategie notieren, die ihnen hilft, sich zu beruhigen oder abzulenken. Die Ideen sollen einfach umsetzbar sein ohne besondere Materialien.
Punkt 3: VERTRAUTE*R
Die Schüler*innen sollen eine Person benennen, an die sie sich wenden würden, wenn sie weiterhin Hilfe brauchen. Sie sollen den Namen und die Kontaktmöglichkeit angeben, z. B. persönlich, per Telefon oder Nachricht.
Achte darauf, dass die genannte Person real und vertrauenswürdig ist, also ein*e Freund*in, Geschwister, Lehrkraft oder andere erwachsene Bezugsperson.
Gib den Schüler*innen Zeit, die drei Felder auszufüllen.
Erkläre, dass am unteren Rand des Zettels ein Häkchen mit „Digitales Schutzschild bestätigt“ steht. Dies dient als symbolische Zertifizierung dafür, dass die Ideen zur Online-Sicherheit und zum digitalen Wohlbefinden beitragen.
Die fünf Schutzfaktoren (SMILE-Merkmale) sind:
Bitte die Schüler*innen, für mehr Privatsphäre, ihren Zettel einmal zu falten. Sammle die Zettel am Ende der Stunde ein. Du kannst sie später durchsehen, um mögliche Themen für Folgegespräche oder zur Vertiefung zu identifizieren.
Ermutige die Schüler*innen, eine ihrer Digitale-Pause-Plan Ideen in einer echten Situation auszuprobieren.
Fasse gemeinsam mit der Klasse zusammen, was heute erarbeitet wurde. Weise auf die verschiedenen Aktivitäten hin: Die Schüler*innen haben Warnsignale erkannt, den R.E.A.L.-Test genutzt, um Chatbot-Ratschläge zu bewerten, und einen persönlichen Digitale-Pause-Plan entwickelt. Diese dreistufige Strategie hilft dabei, den Kopf klar zu halten und echte Freundschaften zu pflegen.
Fordere die Schüler*innen auf, ihre neuen Fähigkeiten mit nach Hause zu nehmen. Sie sollen heute Abend eine bildschirmfreie Strategie ausprobieren und einer Vertrauensperson erzählen, welchen Buchstaben aus dem R.E.A.L.-Test sie sich besonders merken möchten.
Hinweis für Lehrkräfte zur Nachbereitung: Sammle die Zettel ein und nutze sie ggf. für spätere Gespräche zum Thema Online-Sicherheit und digitales Gleichgewicht. Alternativ kannst du eine Digitale-Pause-Plan-Wand im Klassenraum gestalten, auf der (anonymisierte) Ideen gesammelt und sichtbar gemacht werden.