Digitale Meinungsbildung

GossipKID – Fake News erkennen, kritisches Denken fördern

In dieser Unterrichtsreihe geht es um Fake News und deren Wirkung im digitalen Raum, in dem Jugendliche täglich unterwegs sind. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Entstehung, Erkennung und Gefahren digitaler Desinformation zu entwickeln.

Erstellt von Andreas Dengler (!!!! Wird noch geklärt mit Alicia!!!!)

GossipKID – Fake News erkennen, kritisches Denken fördern
So geht's

GossipKID - Fake News erkennen, kritisches Denken fördern

Vorbereitung

  1. Interaktive Umfrage erstellen
     
  2. Präsentationsfläche vorbereiten
     
  3. Stabile Internetverbindung sichern
     
  4. Lautsprecher oder Kopfhörer für Audio-/ Video-Inhalte
     
  5. Bereite eine interaktive Umfrage vor, die in der Einführung das Vorwissen und die Haltung der Schüler*innen erfragt. (Tool Empfehlung: Mentimeter, Microsoft Forms o.ä.)
     
    Die Umfrage soll bestehen aus:

    A) Likert-Skala-Aussagen zu Vertrauen in Nachrichten auf TikTok/Instagram:

    Die folgenden drei Aussagen werden jeweils in Bezug auf Textnachrichten, Bilder und Videos gestellt (insgesamt neun Aussagen). Die Schüler*innen bewerten die Aussagen auf einer Skala von „Stimme voll zu“ bis „Stimme überhaupt nicht zu“:

    1. Ich vertraue Nachrichten auf TikTok/Instagram, wenn sie von bekannten Nachrichtenagenturen stammen.
    2. Ich vertraue Nachrichten auf TikTok/Instagram, wenn sie von Infleuncer*innen stammen.
    3. Ich vertraue Nachrichten auf TikTok/Instagram, wenn sie von unbekannten Accounts stammen.

    B) Offene Fragen:

    – Woher beziehst du deine Nachrichten?
    – Was macht eine Nachricht für dich vertrauenswürdig?

    Halte den Link oder QR-Code zur Umfrage bereit, um die Umfrage im Kurs einzusetzen.

  •  

Zielsetzung der Unterrichtsreihe

Schüler*innen auf Gefahren und Mechanismen von Fake News sensibilisieren

Der Unterrichtsreihe „GossipKID“ verfolgt das Ziel, Schüler*innen für die Gefahren und Mechanismen von Fake News im digitalen Raum zu sensibilisieren. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Desinformation – insbesondere über soziale Netzwerke und KI-gestützte Inhalte – sollen die Teilnehmenden:

  • ein kritisches Verständnis dafür entwickeln, wie Informationen manipuliert werden können und
  • welchen Einfluss dies auf ihre Meinungsbildung und das gesellschaftliche Miteinander hat. 

Zentral ist dabei die Förderung von Medienkompetenz und kritischem Denken. Die Jugendlichen lernen:

  • Informationen zu hinterfragen,
  • Quellen einzuordnen und
  • bewusste Desinformation zu erkennen.
     

Neben theoretischem Wissen steht das praktische Erleben im Vordergrund: Die Schüler*innen erstellen eigene Fake News und schlüpfen in die Rolle von digitalen Detektiv*innen, um die Erkennungsmerkmale und Wirkmechanismen besser zu verstehen.

Der Kurs soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch das Vertrauen in die eigene Urteilskraft stärken. Ziel ist es, Jugendliche dazu zu befähigen, sich selbstbewusst und reflektiert in digitalen Informationsräumen zu bewegen.

Darüber hinaus zielt der diese Unterrichtsreihe darauf ab, ein grundlegendes Verständnis für die Funktionsweise Künstlicher Intelligenz zu vermitteln – insbesondere in Bezug auf Technologien zur Text-, Bild- und Videogenerierung.

Die Schüler*innen erfahren, wie einfach heutzutage täuschend echte Inhalte produziert werden können und welche technischen Mittel dabei zum Einsatz kommen. Dadurch wird die Bedeutung technischer Medienbildung deutlich hervorgehoben.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Folgen von Fake News: Polarisierung, Vertrauensverlust in demokratische Institutionen sowie psychische Belastungen durch Mobbing und Bloßstellung im Netz sind reale Konsequenzen digitaler Desinformation. Die Jugendlichen lernen, diese Zusammenhänge zu erkennen und zu reflektieren.

Einführung (ca. 30 Minuten)

  1. Beginne mit einem aufmerksamkeitsstarken Impuls, der die Schüler*innen unmittelbar mit der Thematik konfrontiert. Ziel dieser Phase ist es, Unsicherheit zu erzeugen, Neugier zu wecken und eine erste emotionale wie kognitive Auseinandersetzung mit dem Thema „Fake News“ anzustoßen.

Mögliche Impulsformate

KI-generierter Nachrichtenartikel

Nutze einen vermeintlich glaubwürdigen Artikel oder erstelle selbst eine Nachrichtenmeldung, in der z.B. über ein fiktives spektakuläres Ereignis an der Schule berichtet wird auf der Plattform Paul Newsmann. Erst beim genaueren Hinsehen wird deutlich, dass der Artikel inhaltlich frei erfunden ist.

Mit diesem Tool kannst du einen irritierenden oder ungewöhnlichen Deepfake als Bild erstellen. Das Bild wirkt zunächst ggf. echt, wurde aber mithilfe von KI manipuliert. Du kannst direkt im Anschluss aufklären, dass die Szene auf dem Bild so nie stattgefunden hat.

Es eignen sich auch eigens erstellte Posts, auf denen ein manipuliertes Bild, ein angeblicher Chatverlauf oder ein virales Gerücht zu sehen ist – ebenfalls komplett konstruiert. Nutze dafür den Fake Tweet Generator oder ähnliche Tools.

  1. Diskutiere mithilfe der Leitfragen, wie die Schüler*innen die Übung wahrgenommen haben:
    • Was habt ihr gerade gesehen/gelesen?
    • Hat euch der Inhalt überrascht?
    • Wie echt hat das für euch gewirkt?
    • Woran kann man erkennen, ob so etwas echt ist oder nicht? 
  2. Diese Phase lebt von der Diskussion im Plenum. Moderiere die Reaktionen und nutze die Eindrücke der Schüler*innen als Brücke zur Begriffsklärung und zur Überleitung in die Umfrage.

Umfrage (ca. 20 Minuten)

  1. Nach dem thematischen Einstieg folgt eine gemeinsame Begriffsannäherung: Was sind eigentlich Fake News?
    • Führe den Begriff kurz ein, betone dabei die Absicht der Täuschung sowie die bewusste Verbreitung irreführender Inhalte – oft mit politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Zielen.
    • Mache deutlich, dass Fake News nicht nur aus erfundenen Texten bestehen, sondern auch manipulierte Bilder, Videos oder Tonaufnahmen umfassen können.
  1. Führe nun per Smartphone, Tablet oder Laptop die vorbereitete Umfrage mit den Schüler*innen durch. Diese Fragen laden zur Reflexion über das eigene Mediennutzungsverhalten ein.
    Mache die Ergebnisse im Plenum sichtbar und diskutiert diese als Grundlage für die weiteren Lernphasen.

Die Umfrageergebnisse ermöglichen eine Diskussion, ohne einzelne Meinungen zu bewerten. Unterschiedliche Haltungen und Unsicherheiten sind ausdrücklich willkommen und bilden die Ausgangslage für individuelles Lernen im weiteren Verlauf

Selbstlernphase mit der GossipKID Plattform (ca. 90 Minuten)

  1. Erkläre den Schüler*innen, dass sie im nächsten Schritt eine Selbstlernphase mit verschiedenen Übungen durchführen. Diese bildet das didaktische Kernstück des Kurses. Die Schüler*innen bearbeiten individuell oder in Kleingruppen einen digitalen Lernkurs auf der Plattform GossipKID  mit dem Thema „GossipKID – Fake News erkennen, kritisches Denken fördern“.
     
    Hinweis:
    Der Kurs ist unter „Story“ zu finden. Er ist modular aufgebaut und orientiert sich am Dagstuhl-Dreieck der Gesellschaft für Informatik, das drei Perspektiven auf digitale Phänomene miteinander verbindet: die gesellschaftlich-kulturelle, die technologische und die anwendungsbezogene Perspektive.  
  2. Struktur der Selbstlernphase für deine Schüler*innen

     
    Intro:
    Einstieg in das Szenario GossipKID, Einführung in das Thema

    Drei Lernmodule (Pflicht):
    1.1 Gesellschaftlich-kulturelle Perspektive
    1.2 Technologische Perspektive
    1.3 Anwendungsperspektive

Die Lernmodule im genauen Überblick

1.1 Gesellschaftlich-kulturelle Perspektive
Fragestellungen:
  • Warum entstehen Fake News?
  • Wer profitiert von ihnen?
  • Wie wirken sich Desinformation und Manipulation auf Gesellschaft, Demokratie, Vertrauen und Zusammenhalt aus?
     
Lernziele:
  • Verständnis für politische, soziale und psychologische Mechanismen hinter Fake News
  • Reflexion der eigenen Rolle im digitalen Raum
Fragestellungen:
  • Wie entstehen Fake News technisch?
  • Wie funktionieren KI-Modelle zur Text-, Bild- und Videogenerierung?
  • Wie werden Deepfakes technisch umgesetzt?
     
Lernziele:
  • Einblick in KI-Technologien (z. B. GPT, DALL·E, Deep Fake-Tools)
  • Verständnis technischer Hintergründe und Grenzen der Erkennbarkeit
Fragestellungen:
  • Wie erkenne ich Fake News?
  • Welche Tools und Methoden helfen mir dabei?
  • Wem kann ich im Netz vertrauen?
     
Lernziele:
  • Entwicklung eigener Prüfkriterien für Informationsqualität
  • Erkennen von Manipulation durch Quellenanalyse, Faktenchecks, Kontextbewertung
  1. Gib der Klasse das Passwort zum Selbstlernkurs: g0ssipK1D!
     
    Aufgabe: Nun können sie starten, die drei Lernmodule im eigenen Tempo zu bearbeiten.

Hinweise zur Durchführung:

  • Die Schüler*innen benötigen Internetzugang und Kopfhörer.
  • Die Lernzeit beträgt ca. 60-90 Minuten, kann aber flexibel angepasst werden.
  • Begleiter den Prozess unterstützend, stehe für Rückfragen bereit und fördere den Austausch, ohne zu bewerten.

Fake News selbst gestalten (ca. 60 Minuten)

  1. Nach der intensiven Auseinandersetzung mit Fake News in der Selbstlernphase folgt nun die kreative Anwendung des Gelernten:
    • Die Schüler*innen erstellen in Kleingruppen eigene gefälschte Inhalte zum Szenario „GossipKID“.
    • Ziel ist es, den Täuschungsmechanismus nicht nur zu analysieren, sondern selbst zu durchlaufen – um so ein tieferes Verständnis für Manipulationstechniken, Wirkung und Verantwortung zu entwickeln.
       

Aufgabe

Entwickelt Fake News-Beiträge, die in das fiktive Narrativ von GossipKID eingebettet sind: An der Schule kursieren Gerüchte über Lehrkräfte, Mitschüler*innen oder andere Ereignisse. Zur Gestaltung der Fake News könnt ihr verschiedene Formate und Tools nutzen:

    • manipulierte Bilder (z. B. mit KI-Bildgeneratoren wie DALL·E, Bing Creator, Craiyon)
    • gefälschte Chatverläufe (z. B. Fake Chat Maker, Simitator)
    • Texte oder Artikel (z. B. über angebliche Vorfälle)
    • Deepfake-Videos oder Voice-Clips (z. B. mit Tools wie Synthesia, ElevenLabs, HeyGen, DeepFaceLab)
    • Social Media-Posts im Stil von Instagram, TikTok oder WhatsApp (z.B. Zeoob, Social Post Generator, Classtools.net)
       

Wichtige Regeln

  • Die Inhalte sollen realistisch, aber klar gekennzeichnet fiktiv sein.
  • Keine echten Namen oder Fotos von Schüler*innen ohne Einwilligung verwenden
     

Die Perspektive des „Täuschenden“ schärft das Bewusstsein für die Wirkung von Fake News und regt zur ethischen Auseinandersetzung an: Nur wer versteht, wie Desinformation funktioniert, kann ihr wirksam begegnen.

Begleite die Gruppen während der Übung beratend, achte auf die Einhaltung ethischer und datenschutzrechtlicher Grenzen und hilf bei technischen oder inhaltlichen Rückfragen. Kreative und medienaffine Schüler*innen können bewusst Verantwortung in der Gruppe übernehmen.

Abschluss (60 Minuten)

  1. Zum Ende des Projekttags kommen alle Schüler*innen noch einmal im Plenum zusammen. Diese Abschlussphase dient der gemeinsamen Auswertung, dem Austausch über Lernerfahrungen und der Reflexion der eigenen Haltung zum Thema Fake News.
  2. Einige Gruppen stellen ihre erstellten Fake News vor. Dabei liegt der Fokus nicht auf der Bewertung der Ergebnisse, sondern auf dem Prozess
    • Wie seid ihr vorgegangen?
    • Was war schwierig zu fälschen?
    • Was sollte täuschend echt wirken – und warum?
  3. Leite danach eine abschließende Diskussionsrunde zu den folgenden Fragen ein:
    • Wie leicht ist es, jemanden zu täuschen?
    • Wie sicher seid ihr euch noch bei dem, was ihr online seht?
    • Wie fühlt es sich an, bewusst zu täuschen – auch in einem geschützten Rahmen?
    • Welche Verantwortung tragen wir für das, was wir teilen oder weiterleiten?
  4. Führe nun die zu Beginn durchgeführte Umfrage erneut durch, um den Lernzuwachs abzubilden. Optional können die Ergebnisse live den Schüler*innen präsentiert werden.
  5. Schließe das Projekt mit einem positiven Ausblick – z. B. über Tools zur Faktenprüfung, den Wert von Qualitätsjournalismus oder Möglichkeiten, sich aktiv gegen Desinformation zu engagieren.
Viel Spaß beim Ausprobieren

Das könnte dich auch interessieren:

Cookie Consent mit Real Cookie Banner