Save the Children Konzept
In dieser Stunde decken die Schüler*innen auf, mit welchen Tricks Apps und Spiele ihre Aufmerksamkeit fesseln. Gemeinsam schauen sie sich Funktionen wie endloses Scrollen, Streak-Abzeichen, aufdringliche Pop-ups oder Belohnungen für Avatare an und hinterfragen, wie solche Mechanismen wirken. Dabei geht es auch darum zu verstehen, welchen Einfluss diese Gestaltungsstrategien auf Bildschirmzeit, den Umgang mit persönlichen Informationen und die eigene Gesundheit haben.
OER Lizenz: CC BY SA Save the Children
Übersetzung durch tech & teach
Die Schüler*innen reflektieren ihren Umgang mit Apps und Spielen und lernen die Gestaltungstricks der Plattformen und Herstellenden kennen. Sie ordnen aufmerksamkeitsbindende Elemente und Funktionen von Apps kritisch ein und formulieren systemische und persönliche Handlungsstrategien. Die Schüler*innen fördern somit ihr digitales Wohlbefinden und können künftig ihre Bildschirmzeit und Umgang mit digitalen Angeboten gesünder gestalten.
Die Schüler*innen lernen
Digitale Kompetenzen
Weitere Kompetenzen
Hardware: Ein Beamer oder sonstiges Projektionsmedium
Software: Digitales Whiteboard zum Teilen und Kommentieren wie TaskCard o.ä.
Weitere Materialien:
Anhang 1: Kätzchen-Scroll
Anhang 2: Beispiel Gestaltungsstrategien
Anhang 3: Smartphone Vorlage
Anhang 4: Smartphone Symbole
Anhang 5: Umgestaltete Smartphone Symbole
Gestaltungsmerkmale wie
gelten als Risiken für die Rechte von Kindern auf Gesundheit, Autonomie und Privatsphäre.
Regulierungsbehörden wie Ofcom weisen in ihrem Children’s Register of Risks 2025 darauf hin, dass diese Funktionen das Onlineverhalten von Kindern beeinflussen und das Wohlbefinden gefährden können. Anbieter digitaler Dienste werden zunehmend aufgefordert, nachzuweisen, wie sie solche Risiken mindern.
Auch UNICEF warnt vor sogenannten „Dark Patterns“ (dt.: „dunkle Muster“) und manipulativen, kommerziellen Reizen, die junge Nutzer*innen dazu verleiten können, zu viele persönliche Daten preiszugeben oder ihre Bildschirmzeit ungewollt zu verlängern. Dabei wird das Thema nicht als Frage individueller Selbstkontrolle, sondern als Kinderschutzproblem eingeordnet.
Empirische Studien zeigen die psychologischen Mechanismen hinter diesen Designentscheidungen. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 zu gamifizierten Gesundheits-Apps für Kinder (Gkintoni et al.) ergab, dass Belohnungsschleifen und Fortschrittsabzeichen zwar die Motivation steigern, aber auch zwanghafte Nutzung fördern können, insbesondere, wenn keine Pausenmechanismen integriert sind.
Plattformspezifische Forschung zu TikTok zeigt, dass der endlose Feed die Wahrnehmung von Zeit verzerrt und mit einem niedrigeren digitalen Wohlbefinden bei Jugendlichen korreliert, insbesondere bei Mädchen, die Inhalte passiv konsumieren (Lin, 2023; Nature HSSC Study, 2024).
Eine österreichische Studie aus dem Jahr 2024 belegt, dass eine Reduktion der täglichen Smartphone-Nutzung auf unter zwei Stunden über drei Wochen zu messbaren Verbesserungen bei Stress, Schlaf und depressiven Symptomenführt und damit den Zusammenhang zwischen Engagement-Mechanismen und psychischer Gesundheit stützt.
Interventionsforschung zeigt, dass Designänderungen statt pauschaler Verbote die Selbstbestimmung stärken können. Eine dreiwöchige Studie mit Studierenden (Zimmermann & Sobolev, 2024) ergab, dass sanfte digitale Hinweise, etwa Graustufen-Modus oder kleine Hürden vor dem App-Start, die Bildschirmzeit effektiver reduzieren als reine Willenskraft, ohne das kurzfristige Wohlbefinden zu beeinträchtigen.
Diese Erkenntnisse stützen Unterrichtsansätze, die Schüler*innen dazu befähigen, Aufmerksamkeitsfallen zu erkennen und sich für sozialverträgliches und gesundes Technologiedesign zu sensibilisieren.
Lass einige Beispiele nennen:
Erkläre, dass Abzeichen ein Gefühl von Erfolg vermitteln und motivieren, weiterzumachen, aber auch dazu führen können, dass man länger spielt, nur um die nächste Belohnung zu bekommen.
Lass einige Beispiele nennen:
Erkläre, dass solche Benachrichtigungen kleine digitale „Stupser“ sind: Pop-Ups, Töne oder freundliche Nachrichten, die uns zurück in die App locken. Selbst ein kleines Symbol kann unsere Aufmerksamkeit fesseln und uns zum Anklicken verleiten.
Dafür sollen die Kinder nun die zweite Smartphone-Vorlage nutzen sowie die umgestalteten Smartphone-Symbole (Anhang 5). Die Übersicht auf dem Arbeitsblatt gibt den Schüler*innen Hinweise, was die Symbole bedeuten könnten. Gib den Schüler*innen 10 Minuten Zeit die neue, gesündere App zu gestalten.
Lasse die Schüler*innen Nutzungsbedingungen für ihre neu erfundenen, verbesserten Apps schreiben. Dabei sollen sie die erlernten, gesunden Strategien berücksichtigen und anwenden.