Save the Children Konzept
In dieser Unterrichtseinheit lernen die Schüler*innen KI-Begleiter-Apps kennen und überlegen, warum sie für junge Menschen spannend sein können. Sie finden heraus, was KI-Begleiter eigentlich sind und wie sie so etwas wie Freundschaften nachahmen. Gemeinsam wird diskutiert, warum manche Menschen solche digitalen Begleiter nutzen.
OER Lizenz: CC BY SA Save the Children
Übersetzung durch tech & teach

Die Schüler*innen reflektieren die Unterschiede zwischen echten Freundschaften und KI-gestützten Gesprächen. Sie denken über Privatsphäre und emotionale Bedürfnisse nach und entwickeln ein kritisches Bewusstsein im Umgang mit digitalen Begleitern.
Die Schüler*innen lernen
Digitale Kompetenzen
Weitere Kompetenzen
Hardware: Computer oder Tablet (optional)
Software: Digitales Whiteboard (optional)
Tablets oder Computer aufladen, sofern die Übung digital durchgeführt werden soll
Beginne die Einheit mit einem kurzen Einstieg, der das Vorwissen der Schüler*innen aktiviert:
Frage, wer schon einmal mit Siri, Alexa oder einem Programm wie ChatGPT gesprochen hat. Erkläre den Schüler*innen daraufhin den Begriff Chatbot als „eine KI, die zurückspricht“ und schreibe ihn an die Tafel oder nutze ein Digitales Whiteboard.
Stelle den Schüler*innen dann das Thema der Stunde vor: Es geht um eine KI-Begleiter App – eine Art virtueller Freund. Lasse die Schüler*innen zunächst still überlegen, was so ein KI-Begleiter tun könnte, bevor sie im Partnergespräch ihre Ideen austauschen.
Sammle anschließend die zentralen Funktionen im Plenum und halte Schlüsselbegriffe fest. Kreise zwei Wörter, die im Zusammenhang mit Chats und Freundschaft stehen, ein.
Chatten, Tipps geben, Bei den Hausaufgaben helfen, etc.
Betone, dass es in der Unterrichtseinheit um eine wertfreie Erkundung geht, warum Menschen KI-Begleiter nutzen und dass alle Ideen und Antworten respektiert werden.
Ein KI-Begleiter ist ein KI-gestützter Chatbot, der wie ein Freund wirken soll. Er kann über Text oder Sprache in menschenähnlicher Weise mit Nutzer*innen kommunizieren. Die KI „lernt“ aus dem, was gesagt wird, und versucht, personalisiert und realistisch zu antworten.
Beispiele dafür sind Replika, wo man einen virtuellen Freund erstellen und sich etwa über den Alltag austauschen kann, oder Character.AI, wo Chatbots verschiedene Rollen oder Persönlichkeiten annehmen. Replika beschreibt sich selbst als „die KI, die sich kümmert“ – viele dieser Apps vermarkten sich gezielt als empathische, freundschaftliche Begleiter. Replika hatte bis 2023 über 10 Millionen Nutzer*innen, was das große Interesse an derartigen Anwendungen zeigt.
KI-Begleiter werden immer populärer und zugänglicher: Anfang 2025 gab es bereits über 100 verschiedene solcher Anwendungen, viele davon kostenlos und auf Plattformen präsent, die Jugendliche nutzen. Mit bunten Avataren und trendiger Werbung sprechen sie gezielt junge Zielgruppen an – virtuelle Freundschaft wird zunehmend Mainstream.
Manche Apps sind eher funktional (z. B. als Lernhilfe oder Fitnesscoach), andere bieten explizit emotionale oder sogar romantische Begleitung an. Einige richten sich gezielt an Erwachsene und beinhalten flirtende oder sexuelle Inhalte hinter Bezahlschranken – ein Hinweis darauf, wie persönlich diese Technologien eingesetzt werden.
Technisch gesehen nutzen diese Chatbots KI-Algorithmen, die aus großen Textmengen Gesprächsverläufe vorhersagen. Sie simulieren Empathie, fühlen sie aber nicht wirklich. Das „Verständnis“ ist eine Illusion – es handelt sich um gut programmierte Reaktionen.
KI-Freund vs. Echter Freund:
Teile die Klasse in Kleingruppen von 2-3 Schüler*innen ein. Gib ihnen den folgenden Arbeitsauftrag:
Überlegt, welche Vorteile ein KI-Begleiter haben kann. Notiert so viele Gründe wie möglich, warum jemand in eurem Alter einen KI-Freund oder Chatbot interessant finden könnte.
Ermutige die Gruppen, breit zu denken. Gib ihnen ggf. Impulse wie:
Sammelt diese zentral, z. B. an der Tafel/dem Whiteboard.
Reagiere respektvoll, wenn ein sensibler Grund genannt wird (z. B. depressive Stimmung). Weise Schüler*innen darauf hin, dass es okay ist, sich Unterstützung auch anonym zu suchen – aber manchmal auch professionelle oder menschliche Hilfe sinnvoll ist. Die Atmosphäre sollte offen und explorativ bleiben – es gibt kein Richtig oder Falsch bei dieser Sammlung.
Vergleich KI-Freund vs. echter Freund:
Zeichne zwei Spalten gut sichtbar mit den Überschriften „Echter Freund“ und „KI-Freund“.
Frage die Einschätzungen der Klasse ab worin sich ein KI-Freund und ein echter Freund ähnlich sind und worin sie sich unterscheiden.
Ziel: Unterschiede zwischen einer digitalen KI und einem echten Menschen verstehen. Gib ca. 10 Minuten Zeit, darüber nachzudenken.
Nehmt euch 5 Minuten Zeit und beantwortet die Fragen kurz für euch selbst.
Besprecht danach ein oder zwei Punkte in eurer Gruppe am Tisch. (z.B.: Gibt es etwas, das ihr nicht mit einer KI teilen würdet? Und warum nicht?)
Sammelt im Plenum 2-3 Aussagen, warum ihr etwas nicht mit einer KI teilen wollen würdet.
„Ich wäre unsicher, ob die Daten wirklich sicher sind.“
„Es fühlt sich komisch an, so etwas einer Maschine zu sagen.“
„Ich würde ihr keine emotionalen Probleme anvertrauen, weil sie keine echte Person ist.“
„Ich würde alles erzählen – die KI verrät es ja nicht weiter.“
Erkläre, dass eine KI zwar keine Geheimnisse an jemanden ausplaudert, aber die eingegebenen Nachrichten vom Unternehmen gespeichert werden könnten, was bedeutet, dass nichts automatisch privat bleibt. Außerdem gibt die KI in emotionalen Situationen nicht immer gute Ratschläge, weshalb es besonders wichtig ist, mit einem Menschen zu sprechen, dem man vertraut.
„Für den Moment fühlt man sich vielleicht weniger allein.“
„Echte Freund*innen oder Familie sind langfristig nicht ersetzbar.“
Schließe die Stunde ab und fasse die zentralen besprochenen Punkte nochmal zusammen. Dazu können zählen:
Zum Beispiel könnten sie einen von der Schule freigegebenen Chatbot (datensicher & lehrerüberwacht) nutzen und beobachten, wie dieser auf verschiedene Eingaben reagiert.
Wichtig sind klare Regeln: Keine persönlichen Informationen teilen, Nutzung nur im Unterricht oder mit ausdrücklicher Erlaubnis!
B) Als Hausaufgabe können die Schüler*innen mit Eltern oder Erziehungsberechtigten über das Thema sprechen.Mögliche Leitfragen:
Solche Gespräche fördern den intergenerationellen Austausch über Gefühle und Technik – und helfen den Eltern, die Themen der Kinder besser zu verstehen und zu begleiten.