09.12.2024
Die digitale Kluft überwinden: Ein Gespräch mit unserer Trainerin Anne
In einer zunehmend digitalisierten Welt wird der Zugang zu Technologie und Internet immer wichtiger. Doch nicht jeder hat die gleichen Möglichkeiten, von diesen Fortschritten zu profitieren.
Im Interview mit unserer Trainerin Anne sprechen wir über den „Digital Divide“. Als Digital Divide bezeichnet man die Kluft zwischen den Personengruppen, die Zugang zu digitalen Technologien haben oder nicht. Wir haben Anne hierzu ein paar Fragen gestellt und teilen ihre Antworten mit euch!
Wie definierst du den Begriff Digital Divide und wie begegnet er dir in deinem Alltag?
Für mich beschreibt der Digital Divide die Kluft zwischen Menschen, die regelmäßig auf eine Vielzahl digitaler Medien zugreifen können, und jenen, denen dieser Zugang fehlt. Diese Ungleichheit führt dazu, dass viele Menschen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt werden – sei es in der Bildung, im Beruf oder in der sozialen (gesellschaftlichen) Teilhabe.
Welche Herausforderungen beobachtest du als Trainerin im Umgang mit digitalen Technologien bei deinen Teilnehmenden oder im Trainingsalltag?
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass Schulen die Aufgabe zukommt, Schüler*innen auf die neuen gesellschaftlichen Anforderungen vorzubereiten. Doch häufig fehlt es an grundlegenden Voraussetzungen: Zu Hause können weder der Zugang zu technologischen Geräten und Internet noch ein reflektierter Umgang mit digitalen Medien garantiert werden.
Zudem sind Schulen selbst sind vom Digital Divide betroffen. Besonders dort, wo sie bestehende Ungleichheiten auffangen müssten, ist die digitale Ausstattung der Schulen oft unzureichend. In vielen Fällen fehlt es sogar an zuverlässigem Internetzugang oder Weiterbildungsangeboten. Selbst engagierte Lehrkräfte stoßen an ihre Grenzen, da sie unter anderem durch bürokratische Hürden ausgebremst werden.
So sollten z.B. Fortbildungen für Lehrkräfte nicht in deren Freizeit stattfinden und somit einen zusätzliche zeitlichen Aufwand darstellen. Stattdessen sollten die Lehrkräfte für die Dauer der Fortbildung freigestellt werden. Dies wäre nicht nur ein Anreiz, sondern aus meiner Sicht auch deutlich effektiver, da die Lehrkraft die nötige Ruhe hat sich mit einem neuen Thema zu befassen.
Welche Veränderungen wären aus deiner Sicht notwendig, um digitale Inklusion nachhaltig zu verbessern?
Um digitale Inklusion nachhaltig zu fördern, sollten nicht nur bürokratische Hürden abgebaut und gezielte Fortbildungsangebote geschaffen werden. Das Thema Medien sollte nicht nur in den Unterricht eingebunden werden, sondern als eigenes Unterrichtsfach, auf die neue Anforderung der Gesellschaft vorbereiten. Es ist ebenso wichtig, Netzwerke zu schaffen, in denen Lehrkräfte, Schulen und andere Akteure gemeinsam Herausforderungen angehen können. Ein gutes Beispiel dafür ist unser Programm Digi:Schools, das durch Zusammenarbeit und den Austausch von Wissen dabei hilft, Barrieren zu überwinden und digitale Teilhabe zu stärken.