Coding For Tomorrow in Berlin gelandet – Lehrkräfte tüfteln zum Thema Weltraum

16.10.2018

Coding For Tomorrow in Berlin gelandet – Lehrkräfte tüfteln zum Thema Weltraum

Mit einem Programmier-Workshop für Lehrkräfte feierte Coding For Tomorrow am vergangene Woche Berlin-Premiere. Inspiriert durch die Mondfahrer der Part-Time Scientists bastelten und programmierten die 30 Lehrkräfte und Multiplikatoren ihre eigenen kleinen Raumschiffe.

Mit einem Programmier-Workshop für Lehrkräfte feierte Coding For Tomorrow am 12. Oktober Berlin-Premiere. Das erste Event auf neuem Terrain nach der Pilotphase im Düsseldorfer Hub machte Lust auf mehr. Inspiriert durch die Mondfahrer der Part-Time Scientists bastelten und programmierten die knapp 30 Lehrkräfte und Multiplikatoren ihre eigenen kleinen Raumschiffe und entdeckten spielerisch einige der vielen Möglichkeiten, Coding in die Bildungsarbeit einzubauen.

Nach einer kurzen pädagogischen Einführung ging es direkt ans Werk. Getüftelt wurde mittels des Minicomputers Calliope und des kleinen Roboters Ozobot, die Neulingen einen spielerischen Einstieg ermöglichen. Mit nur wenigen Programmierschritten, etwas Geschick und ein wenig Fantasie verwandelten die TeilnehmerInnen Calliope und Ozobot zu fähigen Raumfahrzeugen.

Der Mini-Calliope reagierte am Ende sowohl auf Knopfdruck als auch auf akustische Reize und leuchtete in verschiedenen Farben auf. Neben dem Programmieren wurde für den Raumschiff-Look noch die passende Verkleidung rund um die kleine Platine gebastelt.

Der tischtennisballgroße Ozobot-Roboter düste, geleitet von seinen Farbsensoren, entlang einer vorgemalten Route, variierte dabei wahlweise das Tempo oder setzte zu verblüffenden Spezial-Moves an. Blickte man in die neugierigen und stolzen Gesichter der Tüftlerinnen und Tüftler, vergaß man beinahe, dass die Aufgaben eigentlich für Schulkinder entworfen wurden.

„Vor allem das Ausprobieren, das Experimentieren hat großen Spaß gemacht und es war super interessant zu sehen, was alles möglich ist“, sagte Teilnehmerin Nancy S., die in Berlin Erziehungs- und Medienwissenschaft studiert, am Ende des Workshops. Sie war gekommen, um zu sehen, wie digitale Technologien in Zukunft in den Unterricht eingebaut werden können. Dass sich die Lehrkräfte und die Schulen im Allgemeinen damit noch schwertun, hat mehrere Gründe, wie die Teilnehmer erzählten.

Zum einen fehlt das nötige Mindset: „Für viele Lehrkräfte ist Coding noch immer ein Fremdwort“, stellte Elisa B. von der Europaschule in Schöneberg fest. „Viele glauben leider nicht, dass das Thema in den Unterricht gehört.“ Auch die technischen und räumlichen Gegebenheiten seien in vielen Fällen ein Problem, erklärt Florian Wolff: „Wir bräuchten einen Raum, in dem wir kontinuierlich an unseren Projekten arbeiten könnten, etwa einen ‚Open Space’“. Er leitet, wie zwei andere Teilnehmer, bereits eine Calliope-AG an seiner Schule.

Gerade in Berlin, wo unter den Lehrkräften auch viele Quereinsteiger sind, gibt es einen großen Bedarf und ein noch größeres Potential bei digitalen Bildungsangeboten. Nur wenn Lehrkräfte selbst mit Coding in Berührung kommen und die Funktionsweise kennenlernen, können sie diese Inhalte in den Unterricht integrieren und ihren Schülerinnen und Schülern einen angemessenen Zugang zu digitalen Technologien ermöglichen.

Was Coding For Tomorrow angeht, ist der Anfang gemacht – nun also auch in Berlin. Noch in diesem Jahr folgen zwei weitere Inspirationsworkshops, Anfang nächsten Jahres starten die ersten Lehrkräfte-Schulungen. Bis 2023 soll die Initiative insgesamt eine Million Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte erreichen. Dann könnte es wenige Jahre nach der Mondlandung der Part-Time Scientists auch für Coding for Tomorrow heißen: Mission erfüllt.

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