5 gute Gründe für Digitales im Unterricht

19.01.2022

Ein Junge sitzt vor einem Tablet.

Corona brachte kurzfristig mehr digitale Werkzeuge in den Schulunterricht. Ob die Pandemie den Schulen jetzt auch nachhaltig den ersehnten Digitalisierungsschub bringt, bleibt abzuwarten. Was langfristig für mehr Digitales im Unterricht spricht, haben wir in fünf Punkten zusammengefasst:

 

1. Nur wer die digitale Welt versteht, kann sie in Zukunft auch gestalten.

Sich im digitalen Raum zu bewegen ist Teil der Lebensrealität der meisten Kinder und Jugendlichen. Für sie gehört es wie selbstverständlich dazu, Smartphone und Tablet zu bedienen. Aber: Wer streamen, chatten und swipen kann, der begreift die digitale Welt noch lange nicht! Wer auf die Gesellschaft der Zukunft vorbereitet sein will, muss die Funktionsweise und Gesetzmäßigkeiten digitaler Angebote verstehen und diese selbst gestalten können.

Deshalb ist es so wichtig, jungen Menschen einen Weg zu zeigen, wie sie eigenständig, kreativ und kritisch mit digitalen Technologien umgehen können. Ob Programmieren, Robotik oder digitale Meinungsbildung: Die Vermittlung von technischen, sozialen und kreativen Kompetenzen im Unterricht – egal in welchem Fach – ist dabei unabdingbar.

 

2. Die Arbeit mit digitalen Technologien macht Spaß – und bereichert den Unterricht.

Wer einmal eine Gruppe Siebtklässler*innen erlebt hat, die gemeinsam eine eigene Wetterstation verdrahtet und programmiert hat, um damit die Stickstoffbelastung zu messen, kann sich der Begeisterung kaum entziehen. Und wer Schulkinder gesehen hat, die mit viel Kreativität Fabeln programmieren und visualisieren, ist restlos überzeugt: Kinder sind neugierig, sie wollen gestalten, ausprobieren, erfinden. Sie träumen groß, scheitern, stehen auf und probieren es von vorn.

Diesen Geist können sie wunderbar beim Programmieren und Tüfteln ausleben. Und lernen ganz nebenbei eine Menge. Digitale Tools eröffnen im Unterricht völlig neue Dimensionen, Schüler*innen werden durch sie zu aktiven Gestalter*innen, Entdecker*innen und Erfinder*innen. Und: Lehrkräfte, die sich auf diese Reise einlassen, sind häufig begeistert, wie einfach sich Technologien in den eigenen Unterricht integrieren lassen.

 

3. Algorithmen, Codes und Roboter – das betrifft uns alle.

Digitales spielt im Alltag und in allen Bereichen der Gesellschaft eine wichtige Rolle, es ist ein übergreifendes Thema. Wir sollten ihm mit Neugier und gleichzeitig kritischen Fragen be­gegnen. Dazu gehört auch, digitale Technologien und algorithmisches Denken ansatzweise zu begreifen und eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie Programmiersprachen funktionieren.

Nur so werden Erwachsene und Schulkinder zu Versteher*innen der Gegenwart und der Zukunft. Denn eines ist sicher: Wer weiß, was ein Algorithmus ist und wie er funktioniert, wer die Bedeutung von Daten begreift, wird sich in der modernen Welt wesentlich besser zurechtfinden – und ist unabhängig von technischen Entwicklungen gerüstet für eine digitale Zukunft.

 

4. Digitales Wissen macht fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft.

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt nachhaltig. Ob Kassierer*in, Jurist*in oder Bankmitarbeiter*in – zwei Drittel der Berufe weltweit sind gefährdet, sagt Zukunftsforscher Gerd Leonhard. Die gute Nachricht: Die Hälfte der Berufe, die es im Jahr 2030 geben wird, ist noch nicht mal erfunden.

Aber: Ohne Digitalbezug im Unterricht werden es Schüler*innen auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft schwer haben. Wo kann man einen jungen Menschen besser auf ein spannendes Thema aufmerksam machen – vielleicht sogar eine Leidenschaft entfachen – als im Schulunterricht? Programmiersprachen zu beherrschen wird für das 21. Jahrhundert ebenso wichtig sein, wie der sichere Umgang mit Fremdsprachen. Nur wer hier mitreden kann, wird die Zukunft mitgestalten. Geben wir unseren Schüler*innen diese Chance!

 

5. Digitales kann Bildung demokratisieren.

Kinder, die zu Hause keinen Zugang zu digitalen Tools haben oder von den Eltern keinen sinnvollen Umgang mit ihnen beigebracht bekommen, müssen in der Schule die Möglichkeit finden, diese Kulturtechnik der Zukunft zu erlernen. Die Beschäftigung mit Technologien im Unterricht lohnt sich nachhaltig, denn sie sorgt für individualisiertes Lernen gemäß eigener Lernstile und Voraussetzungen. Das demokratisiert den Zugang zur Bildung – und das ist nicht zuletzt auch ein Geschlechterthema.

Noch immer ergreifen Jungs häufiger technische Berufe als Mädchen. Doch je früher Mädchen mit Programmierung in Berührung kommen, desto eher trauen sie sich später eine Tätigkeit mit Technikbezug zu. Wir fördern diesen Schritt ganz bewusst: Mädchen in den Roboter-Workshops sind bei Coding For Tomorrow Alltag.

Egal ob in Präsenz, Hybrid oder Online – wir unterstützen Lehrkräfte, fächerübergreifend gute digitale Bildung zu machen.

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